Probleme mit Mitarbeitern, Kollegen oder Vorgesetzten

Eine langjährige Teammitarbeiterin wird zur Teamleiterin befördert. Nun ist sie Ihren ehemaligen Mitarbeitern, mit denen Sie teilweise auch privat befreundet ist vorangestellt. Damit verbunden soll sie nun auch Führungsaufgaben bewältigen. In ihr entsteht ein Zwiespalt und durch Ihre unklare Positionierung ergeben sich im Berufsalltag Probleme unterschiedlicher Art.

Oft werde ich mit der Frage konfrontiert, wie eine Klientin Ihre eigenen Interessen mit den Unternehmensinteressen vereinbaren kann. Die Klientin ist sich in dem Moment noch nicht bewusst, dass sie zusätzlich in Ihrem Verhalten auch von ihren inneren Persönlichkeitssystem und ihrem eigenen Familiensystem beeinflusst ist.

Zu Beginn des Coachings werde ich mit der Klientin eine von ihr dargestellte Problemsituation festhalten und für Sie diese grafisch darstellen. Anhand dieser arbeiten wir in den nächsten Coachings heraus, warum die Probleme bisher entstanden sind. Theoretisch arbeiten wir gemeinsam heraus, wie die Klientin zukünftig die Probleme gar nicht entstehen lassen kann und Ihre Führungsaufgabe wahrnehmen kann. Im Gespräch kommt heraus, dass Sie gegen das konsequente Führen Ihrer ehemaligen Kollegen Einwände hat, bzw. nicht sie direkt, sondern jemand in ihr.

In der Mitte des Coachings lernt die Klientin einzelne Teilaspekte ihrer Persönlichkeit kennen. Das kann z.B. ihre Hilfsbereitschaft, ihr Harmoniebedürfnis, ihr Pflichtbewusstsein oder ihre Nachgiebigkeit sein. Wir überprüfen nun gemeinsam, welche Aspekte von der Klientin in der Situation gelebt wurden und welche Aspekte vernachlässigt wurden.  Das Ziel ist es, ein inneres Gleichgewicht zu bekommen, d.h. alle Aspekte zu berücksichtigen.

Durch diese Analyse erfährt die Klientin, dass Sie in der Vergangenheit durch den hohen Stellenwert ihres Harmoniebedürfnisses überhaupt nicht in der Lage war, ihr Team nun zu führen. Dies haben Ihre Mitarbeiter nicht nur als positiv empfunden, da einzelne Personen nun auch eine Teilführung selber übernahmen, um Struktur in das System zu bringen und die Arbeiten erledigt werden konnten.

Ein Blick in die Vergangenheit bringt Klarheit, denn in ihrer Ursprungsfamilie empfand die Klientin keine Harmonie, dieses Gefühl hat sie sich jahrelang in Ihrer beruflichen Tätigkeit aufgebaut. In ihrer bisherigen Position als Mitarbeiterin in einem Team hat das auch sehr gut funktioniert, aber es widerspricht nun ihren Führungsaufgaben. Nachdem sich die Klientin bewusst gemacht hat, was sie nun zukünftig möchte und sich für die Führung entschieden hat, beginnen wir alte Verhaltensmuster aufzubrechen und ich unterstütze parallel den Veränderungsprozess  1 x wöchentlich und zusätzlich auch per Mail.

Zum Ende des Coachings hat die Klientin ein neues Bewusstsein der eigenen Persönlichkeit entwickelt und hat nun auch begriffen, warum die Sehnsucht nach Harmonie verhältnismäßig groß bei ihr ausgeprägt ist. Es wird in Zukunft immer wieder Situationen geben, wo sie in einen gewissen Zweispalt gerät, allerdings kennt sie nun die Mechanismen, aus diesem Zwiespalt herauszukommen und es wird mit immer weiteren Erfahrungen weniger vorkommen. Nachdem ich die Klientin nach einiger Zeit bei unserem letzten Termin mit der Anfangssituation konfrontiere, ist es für sie jetzt völlig unverständlich, wie sie damals reagiert hat und durch die andere Sichtweise  fühlt sie sich auch stark genug, um aufkommende Probleme dieser Art zukünftig alleine zu bewältigen.

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Petra Watolla schreiben