Intiutives Handeln – was ist das eigentlich genau?

Bei der Frage nach einer gemachten Entscheidung hört man von Kollegen oder Vorgesetzten oft die Antwort :“ … ach das habe ich ganz intuitiv entschieden…!“ Aber was ist das eigentlich genau? Woher kommt das? Kann das jeder lernen?
Das Entscheidene bei der Intuition ist auf der einen Seite, dass sie blitzschnell abrufbar ist und auf der anderen Seite durch die bereits gemachten Erfahrungen aus der Vergangenheit geprägt ist.

Gerade in Ausnahmezuständen oder Notfällen reagieren Menschen intuitiv richtig. Wenn allerdings im Berufsleben Entscheidungen nicht zwingend schnell getroffen werden müssen, verlassen sich viele eben nicht mehr auf ihre Intuition, sondern es werden Überlegungen über einen längeren Zeitraum gemacht, es werden Pro und Kontra abgewägt und ein intuitives Handeln wird gerade im Beruf schnell verlernt. Somit kann man keine positiven Erfolge mit seiner eigenen Intuition erzielen und erinnert sich daran bei neuen Entscheidungen nicht zurück. Es ist dann vielmehr sogar so, dass man die Impulse aus dem Unterbewusstsein bei zukünftigen Entscheidungen unterdrückt.

Besonders in der Managementebene gehört intuitives Handeln dazu

Nur wer Mut hat, auf seine Intuition zu hören, danach zu handeln, kann Erfahrungen sammeln – gute wie schlechte. Wer viele Erfahrungen sammelt, diese kritisch reflektiert und bei Entscheidungen richtig abruft und anwendet, ist im Unternehmen oft erfolgreicher. Folglich finden sich eben auch mehr intuitiv handelnde Manager auf den Top-Positionen in Unternehmen. Das Hören auf das Bauchgefühl mit entsprechendem Handeln gehört zur Schlüsselqualifikation guter Manager.

Wer sind die Feinde des intuitiven Handelns?

Der Verstand kommt sofort bei einer aus dem Bauch heraus getroffenen Entscheidung und schlägt Alarm. Zum Beispiel bei einer Personalentscheidung, wo die Fakten alle für eine Bewerberin sprechen, aber der Bauch des Unternehmers sich für die andere Kandidatin entscheidet. Diese Entscheidungen sind für Außenstehende oft nicht nachvollziehbar

Die Angst folgt auch, da die Entscheidung vom Verstand nicht mit eindeutigen Pro-Gründen abgesegnet ist. Zum Beispiel bei einem beruflichen Neuanfang mit 50 Jahren ist es oft so, dass natürlich die Argumente, die für Sicherheit und Beständigkeit und Berufserfahrung stehen dem Neuanfang widersprechen. Folglich entscheidet der Manager auch eher aus dem Bauch heraus, wenn er sich nach stressreichen Berufsjahren in der Wirtschaft für einen Neuanfang mit einer Skihütte in den Bergen entscheidet.

Kann ich wieder lernen, intuitiv zu handeln?

In stressreichen Zeiten können wir uns oft nicht mit uns selber beschäftigen. Wir haben keine Zeit, zu reflektieren. Deshalb ist es erstmal gut, sich Freiräume zu schaffen. Geschehenes kann man Revue passieren lassen, gefällte Entscheidungen überdenken und überlegen, wie sich Situationen geändert hätten, wenn man sich anders entschieden hätte. Ein Vertrauen zu sich selber finden. Nicht zu sehr von anderen bei der Meinungsbildung beeinflussen lassen. Die Intuition kommt aus einem selber heraus und wird uns nicht von anderen vordiktiert.

Petra Watolla schreiben